Statistische Informationen
1. Zur Ehescheidung
Die Zahl der Scheidungen in der Schweiz nimmt zu. Im Jahr 1980 wurden 10'910 Scheidungen ausgesprochen (1,7o/oo der Bevölkerung ; eine Scheidung/3,2 Ehen).
30 Jahre später, 2010, liegt die Anzahl bei 22'081 Scheidungen. Mindestens jede zweite Ehe wird geschieden (1 Scheidung/1,95 Ehen).
Der gegenwärtige Trend nimmt rasch zu: 2010 wurden 2'760 Scheidungen mehr ausgesprochen als im Jahr 2009 – eine Zunahme von 14,3%.
2010 wurden 43'257 Ehen geschlossen, davon ein gutes Drittel (34,5%) als Wiederverheiratung (einer der Gatten oder beide waren bereits verheiratet).
In 90% der Scheidungen sind beide Gatten mit der Scheidung einverstanden (Scheidung auf gemeinsames Begehren).
Nach einem 2005 erschienenen Bericht des Bundesamt für Justiz, werden 29% der Scheidungen in der Schweiz ohne Hilfe eines Anwalts entschieden (Mehr Infos dazu hier).
Weitere Informationen des Bundesamtes für Statistik finden Sie hier.
2. Die Kinder
In der Schweiz sind jährlich 14'000 Kinder von der Scheidung ihrer Eltern betroffen. Gemäss einer Studie aus dem Jahr 2003 wurde das elterliche Sorgerecht in 68% der Fälle der Mutter, in 6% der Fälle dem Vater zugesprochen. In 26% der Fälle wurde das gemeinsame Sorgerecht erteilt.
Gemäss einer deutschen Studie zeigen 6 Jahre nach der Scheidung noch 20% der Kinder psychische Störungen, die mit der Scheidung zusammenhängen.
Man schätzt, dass 65% der Kinder zwischen 18 und 22 schwierige Beziehungen mit dem geschiedenen Vater haben (gegen 29% im Falle der verheirateten Eltern).
3. Finanzen
6,1% aller Familien leben unter der Armutsgrenze. Darunter fallen vor allem Alleinerziehende und kinderreiche Familien.
20% der Alleinerziehenden mit einem Kind nehmen Sozialhilfe in Anspruch (34% bei zwei Kindern, 61% bei 3 Kindern).
4. Gewalt
Das Bundesamt für Statistik hat 2006 auf Antrag des Eidgenössischen Büros für Gleichberechtigung von Mann und Frau eine Studie durchgeführt.
- Eine von fünf Frauen in der Schweiz ist oder war mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von ehelicher, physischer oder sexueller Gewalt.
- Zwei von fünf Frauen waren Opfer psychologischer Gewalt im Rahmen ihrer Ehe.
- Im Zeitraum von 5 Jahren (2000 bis 2004), hat Gewalt in der Familie den Tod von 206 Personen, darunter 29 Kindern unter 15 Jahren, verursacht. Eheliche Gewalt ist die primäre Todesursache bei Kindern unter 15 Jahren. Mehr als die Hälfte der Opfer wurden mit einer Handfeuerwaffe getötet (44%).
- Drei Viertel der Übergriffe auf Frauen finden im häuslichen Rahmen statt.
- Die Hälfte der Täter war der Polizei bereits bekannt und als gewalttätig angezeigt.
- Vor allem Frauen sind Opfer ehelicher Gewalt (statistisch gesehen, werden in der Schweiz jährlich 24 Frauen und 4 Männer durch ihren Partner/Gatten getötet).
- In knapp einem von zwei Fällen (46%) war die Frau bereits zuvor von ihrem Partner/Gatten angegriffen worden.
- In 40% der tödlichen Fälle stand der Täter zur Tatzeit unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol.
- Allein im Kanton Freiburg wurden im Jahr 2005 431 Fälle häuslicher Gewalt festgestellt.
- Im Kanton Neuenburg wurden 2005 587 strafbare Handlungen im Rahmen häuslicher Gewalt gezählt, die in 380 Fällen polizeiliches Eingreifen bedurften.
- In Genf (Angaben von 2003), musste die Polizei 1339 mal wegen häuslicher Gewalt einschreiten.
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